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Ein Mandala zu Neumond
Der Kreis steht für Ganzheit, für eine Ordnung ohne Anfang und ohne Ende.
Jeden Neumond lege ich auf meinen Streifzügen durch die Natur ein Mandala aus Naturmaterialien: Moos, Samen, Blätter, Zweige, Blüten, Steine – alles, was mir in diesem Moment begegnet. Ich forme einen Kreis, spreche ein stilles Gebet für den kommenden Mondzyklus und überlasse das Mandala anschließend der Natur.
Unbekannte Schönheit entdecken
Dieses Ritual verbindet mich mit der Schönheit der Welt, so wie sie gerade ist. In jeder Jahreszeit. Der Kreis steht für Ganzheit, für eine Ordnung ohne Anfang und ohne Ende. Symmetrie trägt etwas in sich, das wir als Harmonie empfinden. Und doch ist keines meiner Mandalas vollkommen symmetrisch. Gerade darin liegt für mich eine berührende Schönheit.
Beim Sammeln der Naturmaterialien öffnen sich all meine Sinne und mein Wahrnehmung schärft sich: die ersten verwegenen Farbtupfer im Frühjahr, die überwältigende Fülle im Sommer, das warme Gold des Herbstes, die klaren Linien des Winters. In all dem liegt ein Staunen über das Leben selbst. Aus dem, was ich finde, entsteht ein Bild, das verschiedenste Elemente zu Einheit werden lässt. Es erinnert mich daran, dass Schönheit in vielen Ausdrucksformen lebt.
Ein Gefühl für Zeit
Das Ritual schenkt mir ein tiefes Gefühl für Zeit. Es bindet mich an den Rhythmus der Mondphasen, an Werden und Vergehen in kleineren Kreisläufen als dem großen Jahresbogen. Es erinnert mich an meine Intentionen: Was möchte wachsen? Was darf gehen? Zwischen zwei Neumonden wird Zeit körperlicher, greifbarer. Wenn ich den neuen Kreis lege, spüre ich noch das Echo dessen, was mich beim Letzten bewegt hat. So wird jeder Zyklus zu einem kleinen Kapitel im großen Buch des Jahres.
In diesem Ritual begegnen sich Astrologie und Achtsamkeit ganz natürlich. Es ist eine Praxis, die mich erdet und zugleich in ein größeres Ganzes einbettet - als ein lebendiges Wesen, das denselben Rhythmen von Werden und Vergehen folgt wie alles in der Natur.
